Unser Tweet an die Hochbahn mit Beweis-Photo, doch bitte die Abstände zur Fahrrad-Spur im Eißendorfer Pferdeweg einzuhalten, hat im Netz ordentlich was bewegt. Sogar die Hochbahn sah sich ermutigt, eine Antwort zu schicken. Leider beinhaltete die Antwort nur, dass man der Sache nachgehen möchte und bat um Eintrag im Kontaktformular der Hochbahn. Das könnte der Hochbahn so passen, dieses für sie unbequeme Thema per privater Kommunikation, über so geduldige Medien wie Kontakformulare abzuwickeln. Nein, unsere Antwort darf jeder mitlesen…

Liebe Hamburger Hochbahn!

Es freut uns sehr, wenn Sie der Sache nachgehen wollen, und wir Ihnen alle Details senden dürfen. Das Problem ist nur der Rahmen, den Sie öffnen, ist zu eng gefasst: Es geht hier nicht um ein Problem, welches mit der Darstellung eines Sachverhaltes zu klären wäre.

Es geht um die ständige Unterschreitung der Abstände beim Überholen in der Verkehrssituation wie im Bild zu sehen. Es geht um die zu hohe Geschwindigkeit beim zu dichten überholen mit dem Bus, der, wie Sie sicher selber schon bemerkt haben, eine spürbare „LuftWand“ vor sich herschiebt, die bei diesem Überholmanöver selbst erwachsene Männer auf dem Fahrrad kräftig anschubst.
In dieser Verkehrssituation geht es auch darum, dass Ihren FahrerInnen, wie den meisten anderen Kraftfahrerinnen, nicht klar ist, das dies eine eigene Fahrradspur ist, deren überfahren der durchgezogenen Linie verboten ist. Die Fahrlinie aller Busse führt jedoch regelmäßig über diese Linie.

Im Weiteren geht es auch um das dichte Auffahren hinter mir als Radfahrer, in allen Straßen, in denen nicht, oder erst nach dem Passieren des Gegenverkehrs, überholt werden kann. Niemand berücksichtigt den „halben Tacho“. Bei 10 – 15 km/h mindestens 5 Meter. An der roten Ampel wurde auch schon mehrmals (selten, aber auch kein Einzelfall), meist außerhalb der Hauptzeiten, mit dem mehrfachen Betätigen der Druckluftbremse, vielleicht ohne bösen Hintergedanken, versucht etwas mehr „Tempo in die Sache hineinzubringen“.

Weitere Gefährdungen (z.B.durch Linie 146 des KVG im HVV) müssen wir leider auf dem Eißendorfer Pferdeweg und der Heimfelder Straße (Linie 142) feststellen. Den FahrerInnen scheint nicht klar zu sein, dass die Straßenbreite für ein Überholen nicht ausreicht. Hier werden regelmäßig Radfahrende – gerade in der langsamen Bergfahrt- rechtswidrig überholt.

Radfahrende und Busse werden hier von der Verkehrspolitik auf eine gemeinsame Fahrbahn gezwungen. Es ist nicht der Fehler des Radfahrers, sich in diesem Umfeld bewegen zu müssen und damit den Verkehr zu verlangsamen. BusfahrerInnen sollten sich dieser Situation stellen und akzeptieren, mehrere zig Meter im Radfahrtempo hinter mir herzufahren. Der Gesetzgeber will es so.

Bitte nehmen Sie sich ein paar Minuten Zeit und reflektieren unvoreingenommen unsere Ansätze:

  1. Freiwilliges Tempo 30 km/h für Busse bei gemischten Verkehrssituationen in Straßen unter 8,5 Meter Fahrbahnbreite. Vorteil: A) Geringere Gefährdung der eigenen Passagiere B) Geringere Gefährdung schwächerer Verkehrsteilnehmer.
  2. Unabhängig von Tempo und Straßenbreite Mindestabstand zum Fahrradfahrer 2 Meter von Lenkerspitze bis Rückspiegelaussenkante. Das bedeutet immer das vollständige Wechseln des Fahrstreifens, AUCH bei aufgemalten Schutz- oder Fahrradstreifen.
  3. Abstand „halber Tacho“, sollte allen FahrerInnen bekannt sein. Dem Radfahrenden „nicht im Nacken sitzen“. Manchmal gibt auch der Radfahrer das Tempo vor.
  4. Nicht gefährdend und unter Beeinträchtigung des Radfahrenden jede Überholmöglichkeit ausschöpfen. Überholen geht eben nicht immer.

Nicht viel, nicht schwer und eigentlich selbstverständlich. Die 30 statt 50 km/h auf schmalen Fahrbahnen werden Sie nicht in den Ruin treiben. Auch wenn die Polizei den HVV gerne als Ausrede, gegen 30 km/h anführt, ein belegbarer Grund konnte bislang nicht geliefert werden.

Danke für Ihre Zeit!

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