Nun ist es amtlich: Die höchste Stickoxidbelastung in ganz Hamburg gibt es im Bezirk Harburg. Das hat die Messaktion der Deutschen Umwelthilfe, an der auch wir uns beteiligt haben, ans Licht gebracht.

Mit einer Belastung von 52,2 bzw. 50,3 Mikrogramm belegen die Moorstraße und die Winsener Straße die Spitzenplätze der gesundheitsgefährdensten Straßen in ganz Hamburg. Der EU-Grenzwert von 40 Mikrogramm wird hier sehr stark überschritten.

Stickoxidwerte in Hamburg aus verschiedenen öffentlichen Messungen

Erst deutlich danach kommen Straßen wie die Stresemannstraße und die Max-Brauer-Allee. Straßen, für die die Hamburger Umweltbehörde ab April 2018 Fahrverbote für Dieselfahrzeuge verhängen möchte.

Wir selber haben im Rahmen der Aktion die Luft am Alten Postweg in Heimfeld gemessen. Das Ergebnis: Eine Stickoxidbelastung von 31,8 Mikrogramm.

Stickoxidmessaktion Alter Postweg im Februar 2018

Damit liegt die Konzentration unter dem EU-Grenzwert von 40 Mikrogramm. Gleichwohl liegt die Belastung deutlich über der typischen Belastung durch Stickoxid in Wohngebieten und ist so hoch, dass Maßnahmen zum Schutz der Vegetation ergriffen werden müssen.

Wie uns die Deutsche Umwelthilfe schrieb, ist dabei davon auszugehen, dass die Werte aufgrund der Wetterlage im Februar um ca. 10 Prozent unterschätzt werden. Die Luft ist vermutlich also sogar noch schlechter als gemessen.

Stickoxidwert für den Alten Postweg

Etwas unternehmen möchten Hamburger Umweltbehörde und Senat mit Blick auf die Luftqualität im Bezirk Harburg dennoch nicht.

Weder soll es eine Luftmessstation im Bezirk geben, noch sollen an den stark belasteten Straßen Elektrobusse eingesetzt werden, die die dreckigen Dieselbusse ersetzen, um so die Stickoxidbelastung zu senken.

Stattdessen setzten Politik und Behörden lieber weiter auf das Prinzip Hoffnung und lassen Messstationen weiträumig umfahren, um einer Klage durch die Europäische Union zu entgehen.

Die Gesundheit der Menschen in Hamburg spielt dabei jedoch keine Rolle.

Bitter!

Advertisements