Heimfeld ist DIE Lärmhochburg im Bezirk Harburg. Das zeigt die Antwort der Hamburger Umweltbehörde auf eine Anfrage der Fraktion der Neuen Liberalen in der Bezirksversammlung Harburg.

Die Fraktion hatte unter anderem danach gefragt, wie laut es in einzelnen Stadtteilen ist und wie sich der Lärm seit der Lärmkartierung aus dem Jahr 2012 bis heute entwickelt hat.

Das Ergebnis ist erschreckend und zeigt, dass im Bezirk Harburg 24.100 Menschen tagsüber und 17.000 Menschen nachts von Verkehrslärm betroffen sind, der dem Umweltbundesamt zufolge Beeinträchtigungen des psychischen und sozialen Wohlbefindens mit sich bringt und darüber hinaus zu Krankheiten wie Bluthochdruck und Herzinfarkten führen kann.

Dabei hat die Zahl der stark von Verkehrslärm Betroffenen im Bezirk seit 2012 um 12 (tags) bzw. 18 (nachts) Prozent zugenommen.

Dies ist nicht zuletzt der Tatsache geschuldet, dass in den alten Lärmkarten der Stadt viele laute Straßen – anders als gesetztlich vorgeschrieben – nicht verzeichnet waren. Erst eine Vielzahl von Beschwerden unsererseits und zunehmender politischer Druck in der Bezirksversammlung haben vor Kurzem dazu geführt, dass nun alle Straßen im Bezirk verzeichnet wurden, auf denen der Verkehrslärm von der EU vorgegebene Schwellenwerte überschreitet (siehe unseren Blog-Beitrag hier).

Neu verzeichnet wurden im Bezirk Harburg nun folgende besonders laute Straßen:

  • An der Alten Süderelbe (Umgehung Finkenwerder)
  • Neuenfelder Fährdeich (teilweise) Vollhöfner Weiden (teilweise)
  • Finkenwerder Ring
  • Finkenwerder Ringbrücke Ost
  • Altenwerder Hauptdeich
  • Anschluss Finkenwerder (BAB 7)
  • Eißendorfer Pferdeweg
  • Milchgrund
  • Heimfelder Straße
  • Lohmannsweg
  • Denickestraße
  • Ehestorfer Weg
  • Hainholzweg

Erschreckend ist: Seit der Lärmkartierung vor fünf Jahren ist es Politik und Behörden nicht gelungen, den Verkehrslärm auch nur an einer einzigen Straße in Harburg derart zu senken, dass diese aus der Lärmkartierung gestrichen werden konnte.

Alle Straßen im Bezirk Harburg, die im Jahr 2012 besonders laut waren, sind es auch heute noch!

Besonders stark betroffen von Verkehrslärm sind dabei die Stadtteile Harburg, Heimfeld und Neugraben-Fischbek, wobei der Stadtteil Heimfeld besonders auffällig ist. Denn hier ist in etwa jeder fünfte Einwohner (21%) von krank machendem Verkehrslärm betroffen.

Dabei ist der Lärm dann dort auch noch häufig besonders extrem: Rund 1.000 Heimfelderinnen und Heimfelder, und damit einer von vier Betroffenen, sind in ihren Wohnungen Verkehrslärm ausgesetzt, der nicht einmal in Industriegebieten oder dem Hamburger Hafen rechtlich zulässig wäre (>60 Dezibel in der Nacht bzw. >70 Dezibel am Tage) und bei denen die Gerichte eine Verletzung des Grundrechts auf körperliche Unversehrheit sehen!

In keinem anderen Harburger Stadtteil sind soviele Menschen einem derart starken Verkehrslärm ausgesetzt, wie in Hamburg-Heimfeld.

Es bleibt abzuwarten, was Politik und Behörden nun unternehmen. Geht es so weiter wie bisher, wird das leider nicht viel sein. Betroffene, die daher selbst etwas gegen den Lärm vor ihrer Haustür unternehmen wollen, finden die interaktiven Lärmkarten auf den Seiten der Hamburger Umweltbehörde sowie Hinweise zum Rechtsanspruch auf Lärmschutz auf den Seiten des ADFC-Hamburg.

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