Seit Kurzem wird auf der Südseite der Heimfelder Straße der letzte verbliebene Radweg zurück gebaut. Somit wird der Radverkehr komplett auf die Fahrbahn verlegt. Alle Fahrradfahrerinnen und Fahrradfahrer ab 10 Jahren MÜSSEN ab sofort die Fahrbahn nutzen; Kindern zwischen 8 und 10 Jahren ist dies erlaubt.

Wer stattdessen auf dem Gehweg fährt, muss mit einem Bußgeld von mindestens 15,- Euro rechnen. Passiert ein Unfall (z.B. mit Fußgängern oder parkenden Autos), sind Radfahrerinnen und Radfahrer, die den Gehweg nutzen, darüber hinaus voll haftbar. So urteilte z.B. das Amtsgericht Hannover, dass ein verbotswidrig auf dem Bürgersteig fahrender erwachsener Radfahrer den Schaden beim Zusammenstoß mit einem Pkw aus einer Hofeinfahrt allein zu tragen habe.

Wir haben bereits mehrfach betont, dass wir das Radfahren auf der Fahrbahn der Heimfelder Straße für gefährlich halten (s. unseren Beitrag zum Thema). Denn das Radfahren im Mischverkehr ist dann besonders unfallträchtig, wenn die Breite der Fahrbahn zwischen 6 und 7 Metern, die Verkehrsstärke in der Spitzenstunde über 400 Kfz/h und die zugelassene Höchstgeschwindigkeit bei 50 km/h liegt. Kriterien, die allesamt auf die Heimfelder Straße zutreffen.

Dies haben auch Lokalpolitik und Bezirksamt erkannt und sich entsprechend für die Einführung von Tempo 30 auf der Heimfelder Straße ausgesprochen. Bislang leider ohne Erfolg – nach wie vor blockiert die Hamburger Behörde für Wirtschaft,  Verkehr und Innovation (BWVI) die Umsetzung von Schutzmaßnahmen für Radfahrerinnen und Radfahrer auf der Heimfelder Straße obwohl sie selber eingesteht, dass die „Heimfelder Straße gemäß der Empfehlungen für Radverkehrsanlagen (ERA) zwischen dem Belastungsbereichen I, bei dem Mischverkehr geboten ist und dem Belastungsbereich II, bei dem eine Teilseparation (z.B. Schutzstreifen) empfohlen wird“ liegt.

Auch etliche Anwohnerinnen und Anwohner haben sich in den vergangenen Jahren dafür eingesetzt, dass die Straße verkehrsberuhigt wird. So haben sich 2016, im Rahmen einer Aktion des ADFC, mehr als 60 Heimfelderinnen und Heimfelder für Tempo 30 auf der Straße ausgesprochen und der ADFC schreibt mit Blick auf die Heimfelder Straße: „Das hohe Verkehrsaufkommen in Verbindung mit Tempo 50 und schmalen Fahrbahnen führt zu einer besonderen Gefährdungslage für Kinder, Jugendliche und ältere Menschen. Der schnelle Verkehr zerschneidet Lebensräume. … Von einer Einbeziehung der Heimfelder Straße in die bestehenden Tempo-30-Zonen profitieren alle Anwohner.

Wir selber haben uns ausdrücklich beim Hamburger Innensenator Andy Grote beschwert und schriftlich die Zusage erhalten, dass die Möglichkeit einer Geschwindigkeitsreduzierung für die Heimfelder Straße, infolge unserer Kritik, vom Polizeikomissariat 46 neu geprüft und beschieden werden soll.

Dies ist bislang leider nicht erfolgt. Daher haben wir am 12.05.2017 vor dem Verwaltungsgericht Hamburg eine Klage eingereicht und das Gericht gebeten, die Hamburger Behörden dazu zu verurteilen, „für den Bereich der Heimfelder Straße verkehrsbeschränkende Maßnahmen nach § 45 StVO anzuordnen.“

Leider kann das Verfahren bis zu zwei Jahre dauern. Wer so lange nicht warten mag und gerne etwas gegen den unhaltbaren Zustand, dass eine Behörde – die BWVI -, gegen den politischen Willen im Bezirk, die Bezirksverwaltung und den Wunsch der Bürgerinnen und Bürger vor Ort, Tempo 30 auf der Heimfelder Straße weiterhin blockiert, unternehmen möchte, hat u.a. folgende Möglichkeiten:

Schicken Sie einen Brief an den Innensenator Andy Grote. Hier ein Textvorschlag:

An die
Behörde für Inneres und Sport
z. Hd. Herrn Senator Grote
Johanniswall 4
20 095 Hamburg

Sehr geehrter Herr Senator Grote,

bereits im Jahr 2016 hat die Bezirksversammlung Harburg beschlossen, auf der Heimfelder Straße Tempo 30 zum Schutz von Radfahrerinnen und Radfahrern einzuführen. Auch das Bezirksamt Harburg spricht sich hierfür aus. Bitte sorgen Sie dafür, dass auf der Heimfelder Straße unverzüglich Tempo 30 eingeführt wird.

Wenden Sie sich an die verkehrspolitischen Sprecherinnen und Sprecher der Fraktionen in der Hamburger Bürgerschaft.

Diese Sprecherinnen und Sprecher vertreten ihre Parteien in der Hamburger Bürgerschaft im Bereich Verkehr.

CDU, Dennis Thering

SPD, Martina Koeppen

Grüne, Martin Bill

Linke, Heike Sudmann

FDP, Wieland Schinnenburg

AfD, Detlef Ehlebrecht

Richten Sie eine Petition an den Eingabenausschuss der Hamburger Bürgerschaft.

Alle Bürgerinnen und Bürger können sich direkt an die Hamburger Bürgerschaft wenden, wenn sie mit der Arbeitsweise von Behörden und anderen staatlichen Stellen unzufrieden sind. Deren Eingabenausschuss muss sich des Themas annehmen, es prüfen und Ihnen eine Rückmeldung geben.

Daneben gibt es etliche andere Möglichkeiten aktiv zu werden, z.B. durch Aktionen, Demonstrationen und und und… Wichtig ist: Halten Sie das Thema am Laufen, machen Sie es öffentlich und zeigen Sie, dass Ihnen das Thema wichtig ist.

VIEL ERFOLG!

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