Im März 2017 fragte die Fraktion der Neuen Liberalen in der Bezirksversammlung Harburg nach, an welchen Straßen im Bezirk der Verkehrslärm besonders stark ist.

Nun liegt die Antwort der Behörde für Umwelt und Energie (BUE) vor und zeigt, dass – ohne Autobahnen – der Lärm an 629 Straßenabschnitten im Bezirk Harburg außerordentlich hoch ist.

Brisant: An 82 Prozent der berichteten Straßenabschnitte werden nachts Lärmwerte von 55 Dezibel (Abkürzung: dB(A))  überschritten. An 76 Prozent von ihnen liegt der Lärm am Tage über 65 dB(A).

Diese Werte werden seitens des Sachverständigenrates für Umweltfragen der Bundesregierung als Auslöseschwelle für Lärmschutzmaßnahmen empfohlen. Nicht grundlos, denn das Umweltbundesamt konstatiert:

„Um die Gesundheit zu schützen (Zunahme des Herzinfarktrisikos), sollte ein Mittelungspegel von 65 dB(A) am Tage und 55 dB(A) in der Nacht nicht überschritten werden.“

Alle Anwohnerinnen und Anwohner der betroffenen Harburger Straßen sind somit einem erhöhten Gesundheitsrisiko ausgesetzt.

Der lauteste Straßenabschnitt Harburgs liegt an der Cuxhavener Straße (B73). Dort werden tags 77 dB(A) und nachts 68 dB(A) erreicht. Das sind Werte, die gesetzlich nicht einmal in einem Industriegebiet (nach TA Lärm) und auch nicht in einem Gewerbegebiet (nach 16. BimSchV) zulässig sind.

Ein derartiger Lärm ist also nicht einmal im Hamburger Hafen erlaubt!

Aber auch viele andere Straßenabschnitte in Harburg sind enorm belastet. Hier die Straßen mit den am stärksten von Verkehrslärm belasteten Abschnitten im Bezirk (Eine vollstädige Liste, mit allen Straßenabschnitten kann hier herunter geladen werden: LAUTE STRAßEN IN HARBURG):

  • Bremer Straße
  • Cranzer Hauptdeich
  • Cuxhavener Straße
  • Deichhausweg
  • Ehestorfer Heuweg
  • Eißendorfer Straße
  • Friedhofstraße
  • Georg-Heyken-Straße
  • Hannoversche Straße
  • Harburger Ring
  • Hohe Straße
  • Jägerstraße
  • Kanalplatz
  • Knoopstraße
  • Krummholzberg
  • Moorburger Elbdeich
  • Moorburger Straße
  • Moorstraße
  • Mühlenstraße
  • Nartenstraße
  • Neuenfelder Hauptdeich
  • Neuländer Straße
  • Neuwiedenthaler Straße
  • Nincoper Deich
  • Nincoper Straße
  • Rehrstieg
  • Schellerdamm
  • Schwarzenbergstraße
  • Seehafenstraße
  • Stader Straße
  • Süderelbebogen
  • Veritaskai
  • Vollhöfner Weide
  • Waltershofer Straße
  • Wilstorfer Straße
  • Winsener Straße

An diesen Straßen ist es in der Regel so, dass die Tagwerte über denjenigen liegen, die für ein Industriegebiet erlaubt sind (70 dB(A) ) und dass Tag- und Nachtwerte über den Werten liegen, die im Rahmen der 16. BImSchV als maximal zulässige Werte für Gewerbegebiete definiert sind.

Alle betroffenen Anwohnerinnen und Anwohner können daher Lärmschutzmaßnahmen bei der Harburger Polizei beantragen.

Entsprechende Musteranträge gibt es auf den Seiten des ADFC (mit Prüfung der Lärm- und Abgasbelastung hier, ohne Prüfung hier).

Diesbezüglich hat der Hamburger Senat um Bürgermeister Olaf Scholz in der vergangenen Woche auf Anfrage geäußert:

Den Bürgerinnen und Bürgern der FHH steht es frei, entsprechende Anträge zu stellen.

Alternativ kann man sich auch mit einem selbstformulierten Antrag an das lokale Polizeikommissariat 46 wenden oder dort persönlich vorstellig werden.

Polizeikommissariat 46

Lauterbachstraße 7

21073 Hamburg

Wichtig: Die Behörde hat nur diejenigen Straßen genannt, die lärmkartiert sind. Viele Straßen sind dies nicht (siehe unseren Beitrag hier).  Laute, nicht kartierte Straßen in Heimfeld sind:

  • Eißendorfer Pferdeweg
  • Heimfelder Straße
  • Lohmannsweg
  • Milchgrund
  • Vahrenwinkelweg
  • Weusthoffstraße

Auch an diesen Straßen sind die Lärmwerte sehr hoch, so dass man hier, wie an vielen anderen Straßen im Bezirk Harburg, Anträge auf Lärmschutzmaßnahmen an die Behörden richten kann und sollte.

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