Im Januar 2017 hat die Fraktion der Neuen Liberalen bei den zuständigen Senatsbehörden um umfangreiche Informationen zur Verkehrssituation auf der Heimfelder Straße, und vor allem um die Zahlen der Verkehrszählung vom Dezember vergangenen Jahres, gebeten (unser Beitrag dazu hier).

Diese Informationen liegen nun in ersten Teilen vor (s. hier) und machen deutlich, dass die Vekehrsbelastung auf der Heimfelder Straße enorm ist und in den letzten Jahren – entgegen dem hamburgweiten Trend – noch einmal deutlich zugenommen hat.

Insbesondere der Schwerlastverkehr – LKW und Busse – ist für eine Straße, die mitten durch ein Wohngebiet führt und die keine Hauptverkehrsstraße ist, unverhältnismäßig hoch und hat darüber hinaus seit 2012 um gut 50% (!) zugenommen.

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Zahlen der Verkehrszählung auf der Heimfelder Straße vom 08.12.2016

Dabei liegt das Verkehrsaufkommen, der Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation (BWVI) zufolge, unter der Woche bei etwa 5.000 Kfz/24h. Rund 10% aller Fahrzeuge sind Busse und andere Lkw.

Zum Vergleich: Bei der letzten Verkehrszählung der BWVI im Jahr 2012 belief sich das Verkehrsaufkommen auf 4.600 Kfz/24h und der Schwerlastanteil lag bei 7%.

In der Verkehrspitzenstunde fahren über 400 Kfz durch die Heimfelder Straße. Der Anteil des Schwerlastverkehrs am Gesamtverkehr pro Stunde liegt tagsüber teilweise bei 25% und nachts zum Teil sogar bei über 50%.

Mit anderen Worten: Es gibt tagsüber Stunden, in denen ist jedes vierte Fahrzeug auf der Heimfelder Straße ein LKW oder Bus. In den Nachtstunden, zwischen 22.00.und 6.00 Uhr, ist teilweise sogar jedes zweite Fahrzeug ein solcher Schwerlaster.

Im Vergleich zu den Zahlen, die die BWVI im Jahr 2012 ermittelt hat, hat sich darüber hinaus die Anzahl der Schwerlastfahrzeuge pro Nacht (22.00 bis 6.00 Uhr) von 37 auf 63 fast verdoppelt.

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Zahlen des Verkehrsaufkommens für die Heimfelder Straße, wie durch die Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation (BWVI) im Jahr 2012 erhoben und 2015 an die Hamburger Bürgerschaft berichtet

Mit einem Schwerlastanteil von durchschnittlich 10% gehört die Heimfelder Straße dabei zu den am stärksten durch den Schwerlastverkehr belasteten Straßen in ganz Hamburg (s. zum Vergleich Tabelle der BWVI hier). Nur auf 15% aller Straßen fahren nach Angaben der BWVI anteilig mehr Busse und LKW als auf der Heimfelder Straße – dies sind jedoch fast ausschließlich Autobahnzu- und -abfahrten.

Was bedeutet dies nun mit Blick auf die Möglichkeiten für eine Verkehrsberuhigung der Heimfelder Straße, wie sie Anwohnerinnen und Anwohner, Bezirkspolitik und Bezirksverwaltung seit langem fordern?

  1. Der Verkehr liegt zur Spitzenstunde bei über 400 Kfz. D.h. nach den Empfehlungen für Radverkehrsanlagen (ERA) und der entsprechenden Rechtsprechung muss die Behörde etwas zum Schutz der Radfahrenden unternehmen.
  2. Auch nach den Planungsrichtlinien der Stadt Hamburg, PLAST 9, kommen verkehrsbeschränkende Maßnahmen in Betracht, nämlich Schutzstreifen, da die Verkehrsbelastung bei etwa 5.000 Kfz/24h liegt.
  3. Bei der Vorliegenden Verkehrslage liegt die Emissionsbelastung von Anwohnerinnen und Anwohnern auf einen Niveau, bei dem die Behörden gesetzlich dazu verpflichtet sind zu prüfen, mit welchen – verkehrsrechtlichen – Maßnahmen die Belastung gesenkt werden kann, wenn Betroffene einen entsprechenden Antrag an sie richten.

Es ist insofern offensichtlich, dass verkehrsbeschränkende Maßnahmen, wie z. B. Tempo 30, auf der Heimfelder Straße unumgänglich und vor allem rechtlich durch- und umsetzbar sind.

Zwar argumentiert die BWVI, dass sich die Fahrzeit der Busse durch die Einführung von Tempo 30 auf der Heimfelder Straße um 30 Sekunden pro Strecke verlängern und der Hochbahn hierdurch mutmaßliche Mehrkosten in Höhe von 160.000 Euro entstehen könnten.

In einem Abwägungsprozess durch die Behörden, kann dieser Aspekt aufgrund der äußerst massiven und einem Wohngebiet vollkommen unangemessenen Verkehrsbelastung für Anwohnerinnen und Anwohner sowie der besonderen Gefahrenlage, der sich Radfahrerinnen und Radfahrer auf der Fahrbahn ausgesetzt sehen, kaum ins Gewicht fallen.

Daher fordern wir die zuständigen Behörden dazu auf, den Verkehr auf der Heimfelder Straße unverzüglich zu beschränken!

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