Im September hat die Fraktion der Neuen Liberalen eine Anfrage an den Hamburger Senat gerichtet und sich sowohl zum Stand der für September angekündigten Verkehrszählung auf der Heimfelder Straße erkundigt als auch eine Einschätzung der Fachbehörden zur Verkehrssicherheit beim Radfahren auf der dortigen Fahrbahn eingefordert (hier unser Blog-Beitrag dazu).

Nun liegt die Antwort der Behörden vor. Hierin gesteht die Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation erstmals öffentlich ein, dass auf der Heimfelder Straße eine Gefährdung beim Radfahren auf der Fahrbahn gegeben ist und der Radverkehr eigentlich vom Kfz-Verkehr getrennt werden müsse:

„Nach den vorliegenden Verkehrszählungsdaten der Heimfelder Straßen sowie einiger ihrer Einmündungen im Bereich von ca. 4.500 bis 5.700 Kfz/Tag liegt die Heimfelder Straße gemäß der Empfehlungen für Radverkehrsanlagen (ERA) zwischen dem Belastungsbereichen I, bei dem Mischverkehr geboten ist und dem Belastungsbereich II, bei dem eine Teilseparation (z.B. Schutzstreifen) empfohlen wird.

Darüber hinaus ergänzt die Behörde, dass die Entscheidung darüber, wie der Radverkehr geführt werden soll, eigentlich beim Bezirksamt Harburg liege:

Mögliche Radverkehrsführungen sind Mischverkehr, Teilseparation oder Separation. Der Baulastträger trifft im Rahmen eines umfassenden Abwägungsprozesses ein Ergebnis, welches regelmäßig einen Kompromiss aus der Bewertung aller unterschiedlichen Anforderungen an die Nutzung des begrenzten öffentlichen Straßenraums (fließender Verkehr, ruhender Verkehr, Aufenthalt, Außennutzung, Begrünung und Anwohnerschutz) darstellt. Diese Abwägung hierzu liegt im Zuständigkeitsbereich des Bezirksamtes Harburg.

Bemerkenswert ist dann jedoch, dass das Bezirksamt Harburg die Antwort der Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation ergänzt und eindeutig Stellung für die Einführung von Tempo 30 auf der Heimfelder Straße bezieht:

Der Straßenraum ist zu eng für eine separate Führung des Radverkehrs auf Radwegen, Radstreifen oder Schutzstreifen. Dies wäre nur möglich, wenn die Parkstreifen und die Straßenbäume entfernt würden, was angesichts des Parkdrucks voraussichtlich zum illegalen Zuparken der Radverkehrsanlagen führen würde. Auch beim Bau eines einseitigen Schutzstreifens und Aufhebung eines Parkstreifens wäre der bauliche Aufwand mit erheblichem Eingriff in den straßenraumprägenden Baumbestand unverhältnismäßig.  Aus Sicht des Bezirksamts als Straßenbaubehörde kommt daher nur die Anordnung einer Streckengeschwindigkeitsbegrenzung von 30 km/h in Betracht. Darüber konnte mit der oberen Straßenverkehrsbehörde, die die Beschilderung anordnen müsste, bisher kein Einvernehmen erzielt werden.“

Neben den Politikerinnen und Politikern der Bezirksversammlung Harburg hat somit auch erstmals die Harburger Verwaltung öffentlich die Einführung von Tempo 30 auf der Heimfelder Straße gefordert.

Somit versperrt sich nun nur noch die Verkehrsbehörde den Wünschen vieler Heimfelderinnen und Heimfelder und ihrer gewählten politischen Vertreter in der Bezirksversammlung nach einer verbesserten Vereinbarkeit von Mensch und Verkehr auf der Heimfelder Straße.

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