Heute hat Greenpeace, gemeinsam mit der Universität Heidelberg, einen Forschungsbericht zum Thema Stickoxidbelastung abseits von Messstationen veröffentlicht (Bericht: Das dreckige Dutzend).

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Dieser Bericht hat es in sich, zeigt er doch, dass die Stickoxidbelastung auch jenseits der offiziellen Messstellen, z.B. in Nebenstraßen, häufig deutlich über dem zulässigen Grenzwert von 40 µg/m³ liegt.

Besonders brisant ist jedoch eine Teilstudie, die untersucht, in welchem Maße Fahrradfahrerinnen und Fahrradfahrer von Stickoxidemissionen betroffen sind, wenn sie zwischen 10 und 90 Minuten im Straßenverkehr unterwegs sind.

Denn hier zeigt die Studie:

Die mittlere bestimmte Belastung für einen Fahrradfahrer lag zwischen 47 und 107 µg/m³ NO2 (…). Kurzzeitige Werte von über 200 µg/m³ NO2 konnten regelmäßig bestimmt werden – eine Konzentration, die Gesundheitsexperten als giftig einstufen – woraus auch der gesetzliche 1-Stunden-Grenzwert von 200 µg/m³ NO2 verständlich wird. (…)

Das heißt, als Radfahrer ist man ähnlich hohen NO2-Belastung ausgesetzt wie sie an den stark belasteten Umweltmessstationen gemessenen werden, welche mehrheitlich über den Grenzwerten liegen. Und das, obwohl Radfahrer oft auch abseits der Hauptverkehrsstraßen unterwegs sind. Ursache ist, dass auf den Fahrradstrecken nahe am Verkehr die Belastung so hoch ist (deutlich höher als an den Messstationen), dass es die Fahrradstrecken abseits oder weiter entfernt vom Verkehr kompensiert. (…)

Es ist generell zu schlussfolgern, dass Fahrradfahrer in der Stadt einer sehr hohen NO2-Belastung ausgesetzt sind. Die hohen NO2-Belastungen an den Umweltmesstationen (Verkehr) sind ein guter Anhaltspunkt dafür, wie hoch die Belastung für die Radfahrer sind. Den hohen NO2-Werten sind also nicht nur die Menschen lokal im Gebiet der Messstation ausgesetzt, sondern gerade auch Radfahrer.

In Heimfeld (und auch in Harburg) liegen die Stickoxidwerte, wie wir berichtet haben, auf sehr hohem und gesundheitsschädlichem Niveau. Was dies mit Blick auf das Radfahren im Stadtteil und im Bezirk bedeutet, kann sich jede/r selbst ausmalen.

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