Die einstige Umwelthauptstadt Hamburg hat einen neuen Spitzenplatz inne. Sie liegt, wie das Handelsblatt berichtet, unter Berücksichtigung einer Vielzahl von Umweltdaten auf Platz 10 der für Menschen ungesündesten Städte in ganz Deutschland.

Hamburg ist dabei bezogen auf die Gesundheitsbelastung der Einwohnerinnen und Einwohner die unrühmliche negative Ausnahme im Norden und befindet sich in Gesellschaft der Ruhrmetropolen Duisburg und Essen sowie der ehemaligen DDR-Chemiehochburgen Chemnitz und Halle (Saale).

Besonders gravierend sind in Hamburg die Lichtverschmutzung, die Lärmbelastung und die Verschmutzung der Atemluft durch Stickoxide, wie eine Auswertung der Bausparkasse Mainz zeigt. Eindrucksvoll machen dies auch die beiden folgenden Karten deutlich.

Hamburg_Light_Pollution
Lichtverschmutzung in Hamburg, Quelle: NASA, Blue Marbel Navigator
Hamburg_Night_Noise
Nächtlicher Lärm in Hamburg, Quelle: BUE, Interaktive Lärmkarten Hamburg

All diese Gesundheitsgefährdungen hängen dabei eng mit dem Straßenverkehr zusammen:

Nun könnte man mutmaßen, dass die Massierung von verkehrsbedingten Umweltproblemen ein grundsätzliches Problem deutscher Metropolen sei. Dem ist jedoch nicht so: Weder Berlin noch München finden sich in dem Ranking wieder und auch der (kleinere) Stadtstaat Bremen befindet sich nicht unter den 10 ungesündesten Städten Deutschlands. Das Zusammenkommen vieler verschiedener Umweltprobleme scheint demnach ein spezifisch hamburgisches – ein hausgemachtes – Problem zu sein.

Wer dagegen etwas unternehmen möchte, kann sich z.B. an den Eingabenausschuss der Hamburger Bürgerschaft wenden, diesen auf die Umweltproblematik hinweisen und auf Abhilfe drängen. Auch die Hamburger Behörde für Umwelt und Energie nimmt Beschwerden und Eingaben entgegen und bescheidet diese. Darüber hinaus kann es sinnvoll sein, sich im Rahmen einer Bürgerbeschwerde an die EU-Kommission zu wenden. Diese prüft dann, ob EU-Gesetze oder -Richtlinien (z.B. die Umgebungslärmrichtlinie 2002/49/EG oder die Luftqualitätsrichtlinie 2008/50/EG) verletzt werden und leitet ggf. ein Vertragsverletzungsverfahren gegen die Stadt Hamburg bzw. die Bundesrepublik Deutschland ein.

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